Ich saß gerade an einem „Arbeitsplatz“, wartend, dass der Computer hochfährt, um eine wichtige Sache zu bearbeiten. Im Hintergrund eine Veranstaltung – ich lausche. Der Computer fährt nicht hoch – Akku leer. Es gilt nun, Ruhe zu bewahren, um ihm ein paar Minuten Strom ganz in Ruhe zu gönnen.
Ich zücke mein Handy, schalte „Mobile Daten an“ – nicht voller Erwartungen, nur ein Zeitvertreib. Eine Nachricht:
„Jen Nifer, what do you do for fun and keep yourself happy and busy?“
Ich nehme die Gespräche im Rücken wahr, die Themen. Ich nehme mich selbst wahr – wartend am Rechner. Eigentlich sollte ich der Gruppe angehören. Eigentlich will ich mich mit einbringen. Doch ich muss mir meine Kraft und Zeit einteilen. Ich muss die Dinge, die nicht unbedingt von mir bearbeitet werden müssen, ausblenden. Sofort kullert mir die erste Träne übers Gesicht.
Die Frage nach dem Spaß?! Tja, in erster Linie versuche ich erst mal, das zu schaffen, was ich schaffen muss. Das kann manchmal schon schwierig sein.
Spaß bei der Arbeit?! … Das sind dann nicht unbedingt die Dinge, die zum Alltagsgeschäft gehören. Es sind nicht immer die Dinge, so alleine am Arbeitsplatz vor dem Rechner.
Mein Computer lässt sich anschalten – zum Glück! Ich bearbeite meine Aufgaben schneller und besser, als ich zuvor dachte, und kann in einer Stunde so viel schaffen, dass ich diese Arbeit nicht mehr mit ins Wochenende nehmen muss. Super! Die Gruppe hinter mir ist fertig, alle packen ein. Ich atme tief durch – und schon ist es gar nicht mehr so schlimm. Schließlich habe ich es so geschafft, mir noch Kraft zu sparen für den Rest des Tages. Das macht jetzt doch Spaß – aber eben nur im Rückblick!
Und jetzt sitze ich in der Küche – alleine am Computer, aber mit viel Kraft und Energie, die ich ja heute extra aufgespart habe. Das macht Spaß! Ich habe mich schon den ganzen Tag darauf gefreut, heute etwas in die Tasten zu hauen. Ich hatte auch schon ganz klar formuliert, wie mein Thema heute heißen wird. Doch jetzt ist alles anders geworden. Ich habe auch schon angekündigt, dass ich demnächst vielleicht die ersten Kapitel aus „Dr. Eduardus trägt um die Hüften Bananen“ veröffentlichen werde. Aber diese Situation heute ist ein Paradebeispiel für viele neue Situationen, in denen ich mich selbst plötzlich wiederfinde – und feststelle, dass vieles jetzt anders ist.
Ich denke darüber nach: Was macht mir Freude und Spaß? Und um ehrlich zu sein – da fällt mir eine Menge ein:
Blog schreiben, zu Hause meinen Lieblingskaffee trinken, spazieren, Star Trek schauen, Saft pressen, Haschee-Lieferservice, Yoga, Strick-Blog lesen, Kuchen essen, auf dem Sofa sitzen, zu Hause sein, Alphatiere filzen, Fotos anschauen von sämtlichen Kindern, die in meinem Umfeld groß werden, inspirierende MMS sammeln, Reiseberichte lesen (vor allem mittwochs), vom Pferd-Anreiten-Berichte lauschen, Gartenarbeit, Ernte, Einkochen, Pflanzen ziehen, Advent in Halver, Hamburger vom Grill, Keksdosen, die ich jedes Jahr leer abgebe und die pünktlich zum 1. Advent gefüllt per Post geliefert werden, und unser Weihnachten in Köln vorbereiten …
Mir macht es Spaß, über mein Leben nachzudenken. Vielleicht tut es irgendwann etwas weniger weh. Wie schön, dass wir über solche Dinge nachdenken können.
Es lohnt sich, das Menschsein – weil wir uns fragen können:
„And what do you do for fun and keep yourself happy and busy?“
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