Ich habe die Woche geschafft, aber schon ab Mittwoch war es ein schwerer Kampf für mich. Heute war alles mehr als grenzwertig, und ich musste sogar eine Pause einlegen und mich 10 Minuten hinlegen. Schon nach zwei Stunden Arbeit hatte ich das Gefühl, gleich einfach umzufallen. Das war echt schrecklich. Nach Hause habe ich mich fahren lassen und dann weinend aufs Sofa gelegt – zum ersten Mal mit den Worten: „So, ich will nicht mehr. Ich will das nicht mehr. Ich kann nicht mehr.“
Mit diesen Fragen beschäftigen sich Philosophen; es gibt verschiedene Ideen und Interpretationsansätze. Ich werde wohl keine Antwort erhalten. Vielleicht ist das auch gut so.
Also versuche ich lieber, meinen physischen Zuständen etwas näher zu kommen. Dabei stellt sich heraus, dass das auch sehr schwierig ist. Mein Körpergefühl ist von außen nicht messbar. Für diese Erschöpfungszustände gibt es keine messbaren Werte, äußerlich ist nichts zu sehen, nichts festzustellen. Das macht es sogar für mich schwer, die Zustände anzunehmen. Ich fange an zu denken, dass ich mir das vielleicht nur einbilde, dass ich mich zu sehr gehen lasse, dass ich mich zusammenreißen muss usw. Aber egal, was ich mache – es hilft nichts.
Am 12.04.2014 war ich total motiviert und versuchte, meinen Körper wieder zu trainieren. Das hat auch echt ganz gut geklappt. Ich war damals gewillt, wieder gesund zu werden, war hoch motiviert. An diesem Tag habe ich diesen Schnappschuss mit dem Handy gemacht.
Jetzt begreife ich erst, dass ich nicht gesund werde, dass mein Wille zwar wichtig ist, aber auch keine Wunder bewirken kann.
