... ist halbes Leid!
So eine Scheiße!
Ich sage euch: Leid ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt!
Diese Spätsommerwochen sind hart.
Spätestens seit Montag war klar, dass bei mir nichts mehr geht.
Am Montagmorgen beim Aufstehen wusste ich es schon.
Ich habe mich trotzdem weiter gequält.
Am Dienstag war es dann vorbei – die letzte Restenergie verspielt.
Ich bin mürbe, ausgelaugt und am Ende.
Da schiebt der Schub – der blöde Schub, der nicht weiß, wohin er schieben soll.
Und dazu kommt dieses Gefühl, am eigenen Leben zu scheitern.
Keiner Anforderung mehr gerecht werden zu können.
Denn ich kann eigentlich nur noch sein, wenn ich im Bett bleiben kann.
Dann brauche ich auch weniger Medikamente.
Dann kann ich meine Organe schonen, denn ich weiß ja – irgendwie, zum Glück nicht genau – wann sie ihre Arbeit einstellen.
So liege ich nun hier, stimme mich mit Ärzten ab, und die Einweisung liegt neben mir.
Ich weine still vor mich hin, die ganze Zeit, nur mit wenigen Pausen.
Ich bin immer krank – egal, ob wichtige oder unwichtige Dinge anstehen.
Unabhängig von allem!
Ich kann es mir nicht aussuchen.
Ich habe keinen Einfluss.
Das hallt in meinem Kopf.
Heute hatte ich wirklich tollen Besuch.
Einer geplant, einer spontan.
Beide haben mir im Moment sehr gut getan.
Doch etwa vier Stunden sitzen und reden – ohne Ruhepausen – machen aus mir jetzt: Schmerzen.
Ich brenne, meine Haut brennt, ich scheine zu verbrennen.
Aber es ist noch nichts messbar... Ich warte mal ab.
Vielleicht ist morgen der Tag, oder erst später.
Wann packe ich den Koffer?
Es ist bei weitem viel komplizierter, als ich es mir je vorgestellt habe.
Und glaubt ihr wirklich, dass sich dieses Leid halbiert?
Wenn meine Freundin mich in den Arm nimmt, um mich zu trösten,
dann sehe ich Leid in ihren Augen – mindestens genauso viel wie in meinen.
