Ein paar Wochen lang war es gut. Es lief wirklich einwandfrei. Ich hatte in der Zeit von Mai bis August die beste Zeit seit 5 Jahren. Resorchin, Pregabalin, Calcium – alle wirken sehr gut und tun, was sie sollen. Endlich mal das Gefühl, wieder alles im Griff zu haben. Körperlich voll obenauf: Wandern, Umzug! Alles geschafft. Es beschleicht mich sogar das Gefühl: „Bist du wirklich krank?“, „Hast du dir das eingebildet?“
Naja, es zeigte sich, dass am Ende der Behcet mir zeigt, wo der Hammer hängt. Zweimal hintereinander. Er hat mich hammermäßig getroffen. Ich habe aber alles geschafft, auch wenn Cortison in höherer Dosis eigentlich nichts gebracht hat. An den schlimmen Tagen ist es wirklich schlimm. Doch ich versuche, mich zu arrangieren, und es ist ein Trost, dass ich wirklich Monate (!!!) hatte, die sehr gut waren. Daran hatte ich nicht mehr geglaubt.
Der Verdacht auf eine Polyneuropathie war beim Neurologen nicht nachweisbar. Kein Wunder, denn am Tag des Termins ging es mir ganz gut. Zum Glück weiß mein Rheumatologe, dass diese oft schwer nachweisbar ist, und hielt an dem Verdacht fest. Siehe da: Das entsprechende Medikament trägt merklich zur Verbesserung meines Zustandes bei. Hätte ich mich auf den Neurologen verlassen, wäre mir nicht geholfen worden.
Jetzt nehme ich ein Mittel, das direkt in meinem Gehirn wirkt. Ehrlich gesagt gruselt mich das ein wenig, und ich habe Respekt davor. Ich komme jedoch mit einer „Babydosierung“ gut aus, die hammermäßig wirkt.
Und was bedeutet das jetzt? Alles easy, alles gut? Bleib mal locker, am Ende wird alles gut!
Liebe Leute, das ist ein Trugschluss. Es wird der Tag kommen, an dem der Behcet „zeigt, wo der Hammer hängt“. Nämlich ständig und immer über mir, bedrohlich nah, stets bereit zuzuschlagen. Wie kann ich da entspannt einschlafen, locker bleiben, weil ja alles gut wird?! Nichts wird gut, und auch wenn es mir gerade in diesem Moment gut geht und ich mich weitgehend an alles angepasst habe, weiß ich doch immer, wo der Hammer hängt.
Und wenn er das nächste Mal auf mich herabdrischt, mich in die Knie zwingt, ich mich vor Schmerzen kaum bewegen kann… dann stehe ich hoffentlich irgendwann wieder auf. Aber glaubt nicht, dass mich jeder Schlag noch stärker macht. Jeder Schlag schmerzt, vor jedem Schlag habe ich Angst. Nie weiß ich, wie schlimm es wird. Es bleibt nur die Gewissheit, dass ich weiß, dass dieser Hammer über mir hängt – und ich habe Angst. Jeden Tag.


