Da alles froh erscheint?
Man sieht dir's an den Augen an;
Gewiss! du hast geweint.
"Und hab' ich einsam auch geweint,
So ist's mein eigner Schmerz,
Und Tränen fließen gar so süß,
Erleichtern mir das Herz."
Die frohen Freunde laden dich:
O, komm an unsre Brust!
Und was du auch verloren hast,
Vertraure den Verlust.
"Ihr lärmt und rauscht und ahnet nicht,
Was mich, den Armen quält.
Ach nein, verloren hab' ich's nicht,
So sehr es mir auch fehlt."
So raffe den dich eilig auf,
Du bist ein junges Blut.
In deinen Jahren hat man Kraft
Und zum Erwerben Mut.
"Ach, nein, erwerben kann ich's nicht,
Es steht mir gar zu fern.
Es weilt so hoch, es blinkt so schön,
Wie droben jener Stern."
Die Sterne, die begehrt man nicht,
Man freut sich ihrer Pracht,
Und mit Entzücken blickt man auf
In jeder heitern Nacht.
"Und mit Entzücken blick' ich auf
So manchen lieben Tag;
Verweinen lasst die Nächte mich,
So lang ich weinen mag."
An diesem Beitrag sitze ich schon ewig. Dankbar, dass mir zwischendurch Radiowerbung begegnete, die mir half, Zeit zu überbrücken.
Eigentlich ist gerade nicht viel prima. Ich drehe mich vor allem um mich selbst, seit ich weiß, dass selbst gängige Schicksalsschläge nicht vor mir Halt machen. Das tut ein bisschen weh. Es wäre doch so schön gewesen, wenn das Behçet-Paket das einzige gewesen wäre. Ich fühlte mich zeitweise in meiner Verwundbarkeit unverwundbar – ein Trugschluss.
Vor einer Woche fuhr ich in die Stadt. Drei Dinge waren zu erledigen: neue Beinkleider, Bücher, Yogamatte.
Im Parkhaus nahe dem Yogamattenladen eingeparkt, 10 Minuten zum Spezialgeschäft für meine maßgeschneiderte Kleidung, dann zurück zum Auto. Dort stellte ich fest: Nicht genug Bargeld dabei, keine EC-Karte – nicht mal, um das Parkticket zu bezahlen. Also ab nach Hause. Wut? Ärger? Fehlanzeige. Es tangiert mich nicht.
Ich rege mich nicht mehr auf. Mir fällt nicht mal mehr etwas ein, worüber ich mich aufregen könnte. Das hat was Beruhigendes. Wahrscheinlich gehören stressbedingte Magenschmerzen der Vergangenheit an.
Doch das hat auch seinen Preis: Meine ohnehin nicht ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten sind noch mehr verkümmert. Was „A“ oder „B“ machen, wie „C“ etwas sieht, der Ausschlag von „D“ – alles egal. Und übers Wetter reden war schon immer schwierig für mich.
Ich bemühe mich, an den Leben anderer teilzuhaben, doch es gelingt nicht wirklich. Vielleicht bemühe ich mich auch zu wenig.
Wenn ich an die letzte Woche denke, fällt mir doch noch etwas Ärgerliches ein: Frau N. im Sanitätshaus. Unglaublich! Aber immerhin geht es um Geld, und das ist begrenzt. Demnächst kaufe ich dort nicht mehr ein.
Wichtig ist, nicht zu verharren. Nicht nur auf das zu schauen, was man nicht hat oder verloren hat.
Eine wirklich positive Veränderung, die mein Leben berührt:
Meine Lieblings-Sojamilch kommt in neuer Verpackung und mit verbesserter Rezeptur – 0,02 g weniger Zucker und einem praktischen Schraubverschluss.
Darüber freue ich mich sehr. Es sind eben oft die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen.
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