Wenn mich mein „schwarzer Hund“ besucht, gibt es kleine Mittel, die das Ertragen leichter machen:
Chips, Pommes, Milchkaffee und Schokolade sind eine wichtige Basis.
Doch besser ist es, einen frisch gepressten Saft zu trinken und viel Zeit mit Rufo draußen und drinnen zu verbringen. Das verunsichert den „schwarzen Hund“ am meisten, lässt ihn kleiner werden – mit jedem Schritt, mit jedem Atemzug. Und wenn mein Körper es nicht zulässt, viele Schritte zu machen, dann ist es doch das größte Glück, diesen kleinen pelzigen Vierbeiner neben mir liegen zu wissen, seiner Atmung und seinem Schnarchen zu lauschen.
Wahre Größe und Stärke haben also nichts mit tatsächlicher Körpergröße zu tun. So schafft es dieser winzige Vierbeiner, den „schwarzen Hund“ in seine Schranken zu weisen – wie von allein, wie von Zauberhand.
Es ist eine Art Leidenschaft, mit Rufo zusammenzuleben, Lebenszeit zu teilen, in einer partnerschaftlichen Verbundenheit. Bei Wind und Wetter, zu jeder Zeit, an jedem Tag.
Aber was ist, wenn diese Leidenschaft plötzlich deine Leiden schafft?
Was ist, wenn dir nur noch Chips und Saft bleiben?
Niemand, der sich morgens freut, wenn du unter Schmerzen den ersten Fuß aus dem Bett stellst.
Niemand, der bei jedem Wetter mit dir vor die Tür geht.
Niemand, der den „schwarzen Hund“ in seine Schranken weist.
Niemand, der bedingungslos an deiner Seite liegt, wenn dein Körper dich gerade quält.
Niemand, der trotz aller Erkrankung stets gut gelaunt mit dir in den Tag startet.
Niemand, der dir deine Gedanken zerstreut.
Am 05.10.2015 ist Rufo verstorben.
Der Krebs hat sich von der Chemotherapie nicht beeindrucken lassen.

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