Ach, die letzten Wochen waren schon ziemlich schwierig.
Aber ich ahnte ja nicht, dass mein Körper sich nur „warmgelaufen“ hatte – um mir gestern dann so richtig den Rest zu geben.
Am Samstag wurde es stündlich schlimmer.
Am Abend lag ich nur noch auf Kühlpacks auf dem Sofa und habe geweint.
Meine Beine brannten, taten weh. Selbst die Kompression verursachte Schmerzen in den Füßen.
Irgendwie war alles an Ibuprofen und Paracetamol aufgebraucht –
also musste ich gleich mit den härteren Bandagen einsteigen.
Hab ich gemacht. Genutzt hat es trotzdem nichts.
Am Abend haben wir dann gemeinsam geplant und entschieden, wie es im schlimmsten Fall weitergeht:
Den Sonntag irgendwie durchhalten. Koffer packen.
Und am Montagmorgen gegen fünf Uhr in den Zug – ab nach Hamburg.
Geht das überhaupt ohne Einweisung?
Wenn ich erst warte, bis meine Hausärztin sie mir ausstellt, dann werde ich nicht rechtzeitig aufgenommen – vielleicht erst Dienstag oder Mittwoch. Und: Ist überhaupt ein Bett frei?
Ich war bereit, es zu riskieren.
Einfach hinfahren.
Ich würde dort sowieso zusammenbrechen – dann können sie mich nicht wegschicken.
Denn noch ein paar weitere Tage hier – so, ohne Ziel, ohne Plan – das würde ich nicht schaffen.
Mit diesen Gedanken, unter Tränen, sind wir irgendwann eingeschlafen.
Und jetzt?
Jetzt sitze ich hier.
Morgens. Mein Kaffee. Mein Hund.
Es ist zum Glück schön kühl.
Und: Es geht mir besser.
Nicht gut – aber besser.
Es tut nicht mehr so schlimm weh.
Das scheint wieder eine klassische Mittelmeerfieber-Attacke gewesen zu sein – die dauern meist zwischen 24 und 48 Stunden.
Na super.
Ich packe keinen Koffer.
Ich bleibe hier.
Aber ich fühle mich mies. Fix und fertig. Ausgelaugt.
Mein Körper läuft Marathon – auf seine Art.
Ich bin zwar schon gut trainiert, aber das war trotzdem zu viel.
Ich will das nicht mehr.
Ich kann das nicht mehr.
Und morgen geht’s weiter. Montag.
Die nächste Runde.
Wenn ich nur daran denke, was ich bis Mittwoch, Donnerstag oder sogar Freitag noch alles machen soll…
Mir wird jetzt schon schlecht.
Es gruselt mich.
Das schaffe ich nicht.
Eine Woche liegt vor mir –
alptraumartig lang,
voller Anforderungen,
denen ich nicht mehr gerecht werden kann.
Ich spüre keine Dankbarkeit, keine Vorfreude, dass ich arbeiten „darf“.
Der Druck ist riesig.
Alles ist zu schwer.
Ich spüre keine Erleichterung, dass ich „morgen wieder funktionieren kann“.
Morgen kann ich wieder…
Ganz ehrlich?
Ich will nicht mehr können müssen.
