Gestern habe ich mir schon vorgenommen, mich mit der Haustechnik zu treffen, um die WLAN-Signalstärke hier zu verbessern. Schließlich wirbt die Station im Internet damit, dass man hier jederzeit bequem WLAN zur Verfügung hat. Das stimmt auch – aber ein Balken Empfang hält man nur, wenn man sich nicht bewegt. Also wurde das zur Passion des Tages.
Ich bin durchs Haus gelaufen, habe mit diesem und jenem darüber gesprochen, konnte einige Damen nicht davon überzeugen, dass die Signalstärke nicht einfach schlechter wird, nur weil gleichzeitig viele Menschen im Internet surfen. Naja, ich kann die Welt eben nicht retten!
Vormittags habe ich schon herausgefunden, dass ich im Flur besseren Empfang habe. Aber bequem ist das nicht. So kann ich keine Serien streamen, aber ich kann im Zimmer meinen Blog tippen und dann draußen online stellen. So konnte ich heute den Text von gestern veröffentlichen.
Ich bat direkt danach darum, mir für mittags einfach nur Gemüse und ggf. Kartoffeln auf den Teller zu machen. Das war aber nicht möglich. Und obwohl ich mehrfach gefragt habe, und das schon seit Mittwoch, wurde mir immer wieder gesagt, ich solle erst mal warten, vielleicht sei ja etwas Passendes dabei.
Heute hatte ich dann 5 kleine Kartoffeln und 3 Esslöffel Gemüse. Der Rest war Fleisch in irgendeiner sahnigen Soße.
Als ich heute Abend mein Essen bekam, war außer einer Scheibe Käse und zwei Scheiben Brot nichts dabei, was für meinen Verzehr geeignet erschien. Ich musste spontan lachen, als ich den Deckel des Menüs lüftete.
Eine sehr junge Krankenschwester fragte, ob etwas nicht okay sei, und ich erzählte ihr von dem Essen. Sie war dann richtig sauer auf die Leute in der Küche. Ich versicherte ihr, dass es kein Problem sei und ich mich wirklich nur amüsiere, wie schwer es in Krankenhäusern ist, das richtige Essen zu bekommen.
Sie fragte, was ich denn gerne essen würde, und ging lächelnd mit den Worten: „Ich kenne das mit der Laktose, mir geht es auch oft so. Da kümmere ich mich jetzt.“
Nach 20 Minuten stand sie strahlend im Zimmer und bat mich, in ihrem Beisein die Cloche von meinem Essen zu nehmen. Da lag es vor mir: Käsescheiben, vegetarischer Aufstrich, Konfitüre, Tomaten, Salat, Apfel und Banane auf meinem Teller sowie zwei Scheiben Toast.
Sie strahlte vor Freude und ich auch. Sie sagte: „Warten Sie noch, jetzt hole ich noch das Vollkornbrot!“ Ich habe mich riesig gefreut und ihr versichert, dass ich nun mit Genuss diese Toastscheiben essen würde.
Ich war fast gerührt von diesem Einsatz und ich glaube, so gut hat mir ein Käsetoast und Salat ohne Dressing noch nie geschmeckt.
Es wurde noch eine Blutabnahme gemacht und die geplante Untersuchung für heute konnte wegen eines Notfalls nicht stattfinden. Am Montag geht’s erst weiter.
Meine Ärztin ist ab Montag im Urlaub, hat aber jetzt alles angeordnet. Wenn die „Sachen“ alle durch sind, darf ich nach Hause.
Jetzt werde ich das Wochenende noch hier bleiben und mir die Zeit vertreiben bis Montag. Es ist angeordnet, dass die am Wochenende auftretenden Symptome in Bild und Schrift dokumentiert werden. Mal sehen!
Schaltet wieder ein, wenn es heißt: