So wirbt eine Firma im Radio, die sich unter anderem mit sinnlosen Joghurtdrinks einen Namen gemacht hat – Getränken, die angeblich unser Immunsystem verbessern sollen.
Scheinbar wird das gekauft. Denn diese Dinger stehen seit Jahren zuverlässig im Kühlregal.
Ist es wirklich so einfach, mit den Ängsten der Menschen Geld zu machen?
Was kann ich mir dafür behcet-mäßig kaufen?
(ja, nicht mal ein vollständiges zweites Paar)
* Eines meiner Medikamente
könnte ich an 84,5 Tagen nehmen –
der volle Jahresbedarf läge nämlich bei 1297,05 €
* Manuelle Therapie?
Keine Chance. Nicht mal 10 Sitzungen gehen sich für 300 € aus.
* Dafür: 4286 Ibuprofen-Tabletten im Jahr
(also rund 11,74 Tabletten täglich – wenn schon, denn schon)
Kleiner Haken: Danach brauch ich wohl ’ne neue Leber.
Aber gut – dann spar ich wenigstens am Essen. Win-win?
* Mein Prednisolon
ist sogar günstiger:
ca. 94 € im Jahr.
Und wirkt. Wirklich.
Trotzdem: Ich gebe zu, ich wurde scheinbar schlecht beraten.
Denn für nur 300 € im Jahr könnte ich ja mein Immunsystem gesund trinken.
Mit Joghurt. Aus dem Plastikbecher.
Warum hat mir das keiner gesagt?!
Pah. Diese Pharmakonzerne.
Ich zahl einen Haufen Kohle – und mein Immunsystem?
Das frisst sich trotzdem fleißig durch meine Gefäße.
Vielleicht ist es ja gar nicht einfach „fehlgeleitet“.
Vielleicht hat es eine Binge-Eating-Störung.
Vielleicht braucht mein Immunsystem die Diagnose F50.9 (Essstörung, nicht näher bezeichnet)
und nicht M35.2 (Morbus Behçet).
Vielleicht will es einfach nur:
Fressen.
Und ich trinke zu wenig Joghurt.
Also, alles klar:
Ab morgen trinke ich mich gesund.
Mit Joghurt. Im Plastikbecher.
Kleiner Haken:
Mein Immunsystem hat schon ordentlich an den Darmzotten genagt.
Laktose? Könnte mich endgültig umbringen.
Dann lieber:
Ab in die Apotheke.
Prednisolon holen.
Und für die restlichen 79,94 €:
Die Zeitung mit den Star-Trek-Modellen kaufen.
Und wenn ich noch 9 € drauflege, gibt’s sogar vier Shuttles extra.
Das macht nicht nur gesund. Das macht glücklich.